El taller del coleccionista
Esteban Escartín Lacoma — Bergdorf — Spachtelmalerei auf Papier
Esteban Escartín Lacoma — Bergdorf — Spachtelmalerei auf Papier
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Häuser gruppieren sich um eine Kirche, die das Landschaftsbild bestimmt. Dunkle Dächer, rosafarbene Fassaden und Berge im Hintergrund bilden eine scheinbar einfache Szene, die Esteban Escartín Lacoma (1938) in eine farb- und materialreiche Komposition verwandelt.
Der aragonesische Maler, der besonders mit Dörfern und Landschaften Oberaragoniens verbunden ist, entwickelt hier eine persönliche Deutung ländlicher Architektur. Der Spachtel ersetzt einen großen Teil der linearen Zeichnung durch kleine Pigmentflächen, die Dächer, Mauern und Fassaden unmittelbar aufbauen.
Mauve, Rosa, Ocker und Grün kontrastieren mit den dunklen Dächern, während der blaugrüne Hintergrund eine Bergumgebung andeutet. Der Kirchturm bildet die senkrechte Achse einer Komposition aus überlagerten geometrischen Formen.
Esteban Escartín und die Erinnerung an aragonesische Dörfer
Dörfer und traditionelle Architektur nehmen im Schaffen des 1938 geborenen aragonesischen Künstlers Esteban Escartín Lacoma eine wichtige Rolle ein.
Seine Arbeit verwandelt ländliche Landschaften in malerische Konstruktionen, in denen Geometrie, Farbe und die Anordnung der Volumen im Vordergrund stehen.
2015 war sein Werk in der von Fundación Ibercaja organisierten Ausstellung Miradas. Huesca y su paisaje en el arte vertreten, gemeinsam mit weiteren Künstlern mit Bezug zur Provinz Huesca.
Ein Jahr später zeigte Fundación Caja Inmaculada in der Sala CAI Huesca die Retrospektive Tiempo de recuerdos. Sie vereinte 31 Gemälde, die vor allem aragonesischen Dörfern, insbesondere in Oberaragonien, gewidmet waren.
Die Ausstellung machte unterschiedliche Phasen seines Schaffens sichtbar: von stärker figurativen Arbeiten bis zu Kompositionen mit konstruktiven Ansätzen, in denen Architektur und Geometrie eine wesentliche Rolle spielten.
Escartíns Malerei zeigt vielfältige künstlerische Interessen. Sein Schaffen wurde mit der europäischen figurativen Tradition, kompositorischem Experiment und bestimmten Bauhaus-Einflüssen in Verbindung gebracht, vor allem bei der Anordnung von Volumen und dem Umgang mit Farbe.
Architektur als Malerei
In dieser Komposition verbindet Escartín mehrere erkennbare Merkmale seiner Landschaftsmalerei.
Die Häuser stehen auf verschiedenen Ebenen. Aufeinanderfolgende Dächer und Fassaden führen den Blick zum Kirchturm. Die traditionelle Perspektive tritt teilweise hinter kompakten Formen zurück, als wären die Häuser zusammengefügte Bauteile.
Der Spachtel schafft eine materielle Dimension. Die Pigmentaufträge haben gebrochene Ränder, kleine Ansammlungen und unterschiedliche Stärken, die an unregelmäßige Steinflächen und alte Gebäude erinnern.
Unbemalte Papierbereiche bringen Helligkeit und lassen der Komposition in ihrem großzügigen Format Raum.
Die Landschaft ist eine Deutung traditioneller Bergarchitektur und keine genaue topografische Wiedergabe. Die Erinnerung an den Ort findet Ausdruck in Farbe und Material.
Werkdaten
- Künstler: Esteban Escartín Lacoma (1938).
- Titel: Bergdorf. Beschreibender Titel.
- Technik: Spachtelmalerei auf Papier.
- Bildträger: Dickes Papier mit ausgeprägter Struktur.
- Maße: 60 × 50 cm.
- Datierung: Zweite Hälfte des 20. oder Anfang des 21. Jahrhunderts; ohne dokumentiertes Datum.
- Signatur: Unten rechts „Escartín“ signiert.
- Motiv: Ländliche Landschaft, traditionelle Architektur und Bergdorf.
- Erhaltungszustand: Guter Allgemeinzustand der malerischen Komposition mit sichtbaren pastosen Partien und gut erhaltenen Farben. Am rechten Papierrand ist eine Tonwertveränderung sichtbar; außerdem leichte Altersspuren.
- Rahmung: Vergoldeter Rahmen inbegriffen.
Die Taller-Notiz
Der Kirchturm bildet die senkrechte Achse des Ensembles. Dunkle Dächer überlagern rosa und mauvefarbene Fassaden mit grünen Akzenten in Fenstern und Vegetation. Blaue und grüne Flächen im Hintergrund deuten Berge an. Die gebrochenen Ränder der Farbaufträge stehen im Kontrast zu den großen hellen Papierbereichen um das Dorf.
