El taller del coleccionista
Zugeschrieben Fèlix de Pomés — Frauenporträt, um 1926 — Bleistift auf Papier
Zugeschrieben Fèlix de Pomés — Frauenporträt, um 1926 — Bleistift auf Papier
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Es gibt Porträts, die eine Ähnlichkeit zu suchen scheinen, und andere, die einen Augenblick festhalten wollen. In dieser Zeichnung stützt eine junge Frau geistesabwesend ihr Gesicht auf die Hand und richtet den Blick aus der Komposition heraus. Sie posiert nicht feierlich. Sie scheint für ein paar Sekunden innegehalten zu haben, vertieft in einen Gedanken, der dem Betrachter verborgen bleibt.
Dieses in Bleistift auf Papier ausgeführte, zarte Porträt von 23 × 19 cm ist in der rechten unteren Ecke mit einer Inschrift versehen, die als „Félix de Pomés“ gelesen werden kann. Technik, Gattung, Chronologie und die Signatur selbst erlauben es, es mit dem grafischen Werk von Fèlix de Pomés i Soler in Verbindung zu bringen, weshalb es vorsichtigerweise als ein dem Künstler zugeschriebenes Werk präsentiert wird.
Das Werk
Die Zeichnung ist mit bemerkenswerter Sparsamkeit der Mittel aufgebaut. Pomés konzentriert die Intensität nahezu vollständig auf das Gesicht: Die Augen sind durch eine präzisere Linie definiert, während Wangen, Hals und Hand nur angedeutet durch kleine Striche und sanfte Schatten modelliert erscheinen.
Das Haar erhält eine andere Behandlung. Eine Abfolge von parallelen, dichteren und dunkleren Linien bildet eine Masse, die den Kopf umschließt und einen Kontrast zur Klarheit des Gesichts bildet. Dieser Wechsel zwischen sorgfältig ausgearbeiteten Zonen und anderen, die nur angedeutet sind, verleiht der Zeichnung ein spontanes und intimes Erscheinungsbild, fernab vom offiziellen Porträt.
Besonders ausdrucksstark ist die Haltung des Modells. Die Hand, die neben dem Mund ruht, führt eine alltägliche, fast unwillkürliche Geste ein, während der abgewandte Blick jeden direkten Kontakt zum Betrachter vermeidet. Das Ergebnis ist ein zurückhaltendes und psychologisches Porträt, das mehr daran interessiert ist, eine Stimmung einzufangen, als ein zeremonielles Bild zu konstruieren.
Fèlix de Pomés: vor dem Film
Der Werdegang von Fèlix de Pomés i Soler (Barcelona, 1893–1969) ist einer der außergewöhnlichsten der katalanischen Kultur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Bevor er als Schauspieler und Filmregisseur Bekanntheit erlangte, widmete er sich intensiv der Zeichnung und Malerei, wobei er eine besondere Vorliebe für das Porträt zeigte. Während der 1920er Jahre ist seine künstlerische Tätigkeit umfassend dokumentiert; er veranstaltete in Barcelona sogar eine Ausstellung, die speziell Bleistiftporträts gewidmet war.
Gerade diese Etappe bietet den aufschlussreichsten Kontext für das vorliegende Werk. Das kleine Format, die Bleistifttechnik und die intime Konzeption des Porträts stimmen mit jener grafischen Produktion überein, die Pomés in den Jahren unmittelbar vor seinem Eintritt in die Filmwelt entwickelte.
Seine Biografie war zudem außerordentlich vielfältig. Er spielte Fußball bei Vereinen wie dem FC Barcelona und dem RCD Espanyol und tat sich besonders als Fechter hervor, wobei er Spanien bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris und 1928 in Amsterdam vertrat. Ende desselben Jahrzehnts begann er eine umfangreiche europäische Filmkarriere als Schauspieler, Drehbuchautor und späterer Regisseur.
Diese Vielfalt an Interessen macht seine Zeichnungen zu Zeugnissen einer heute weniger bekannten Facette einer Persönlichkeit, die eng mit der spanischen Kultur, dem Sport und dem Film des 20. Jahrhunderts verbunden war.
Ein mögliches Werk aus seiner Zeit als Porträtist
Die Zuschreibung ist besonders interessant, da Pomés gerade um 1926 eine öffentliche Tätigkeit als Bleistiftporträtist entwickelte.
Das Werk weist zudem Merkmale auf, die mit dieser Produktion vereinbar sind: kleines Papierformat, direkte Ausführung, Verzicht auf Farbe, besondere Aufmerksamkeit für die Gesichtszüge und ein offensichtliches Streben nach psychologischem Ausdruck.
Die Inschrift im rechten unteren Bereich scheint „Félix de Pomés“ zu entsprechen. Da jedoch keine Provenienzdokumentation oder fachspezifische Zertifizierung vorliegt, die eine definitive Autorschaft belegen würde, katalogisiert El Taller del Coleccionista das Stück als Fèlix de Pomés zugeschrieben und bewahrt damit ein konservatives Kriterium.
Erhaltungszustand
Das Werk weist die natürliche Alterung auf, die einem etwa hundert Jahre alten Werk auf Papier entspricht.
Es zeigen sich ein leicht warmer Grundton sowie kleine punktuelle Altersspuren. Die Zeichnung ist hervorragend lesbar geblieben, wobei die Bleistiftstriche und die Feinheit der Abstufungen gut erhalten sind.
Die Fotografien sind Teil der Beschreibung und ermöglichen eine detaillierte Einschätzung des Erhaltungszustands.
Technische Daten
Autor: Zugeschrieben an Fèlix de Pomés i Soler
Titel: Porträt einer Frau
Chronologie: um 1926
Technik: Bleistift auf Papier
Maße: 23 × 19 cm
Signatur: Signiert „Félix de Pomés“ in der rechten unteren Ecke
Schule: Katalanisch
Periode: Erstes Drittel des 20. Jahrhunderts
Zustand: Guter Allgemeinzustand unter Berücksichtigung des Alters
Zur Zuschreibung
Die Katalogisierung als „zugeschrieben an“ bedeutet, dass es vernünftige Anhaltspunkte gibt, die das Werk mit Fèlix de Pomés in Verbindung bringen — hauptsächlich die Signatur, die Technik, die Gattung und die chronologische Übereinstimmung mit der bekannten Tätigkeit des Künstlers als Porträtist —, die Autorschaft jedoch nicht dokumentarisch zertifiziert ist.
Diese Formulierung ermöglicht es, das historische und künstlerische Interesse des Stücks zu bewahren, ohne eine begründete Zuschreibung in eine definitive Behauptung zu verwandeln.
