El taller del coleccionista
Manel Pujol Baladas — Stillleben (1990) — Blaufisch und Materialcollage auf Papier — Zertifiziertes Werk
Manel Pujol Baladas — Stillleben (1990) — Blaufisch und Materialcollage auf Papier — Zertifiziertes Werk
Verfügbarkeit für Abholungen konnte nicht geladen werden
Teilen
Das im Jahr 1990 entstandene Werk Bodegón (Stilleben) ist eine Mischtechnik auf Papier von Manel Pujol Baladas (Vic, 1947), bei der der Künstler das Stilleben in eine intensiv materielle Sprache übersetzt, die durch Malerei, Zeichnung und zahlreiche Collagefragmente konstruiert ist.
Auf einer Fläche von 54 × 73 cm organisiert Pujol Baladas die Komposition um ein großes zentrales Gefäß, in dem sich Fische und andere Stilleben-Elemente ansammeln. Auf der linken Seite erscheinen zwei übereinanderliegende Gläser, während verschiedene kreisförmige und fragmentierte Formen um den Hauptkern verteilt sind.
Das Werk wird von Schwarz-, Weiß- und Grautönen dominiert, die durch Ockertöne und insbesondere durch ein intensives Blau unterbrochen werden, das einige der Hauptelemente durchzieht. Der blaue Fisch im unteren Bereich wird so zu einem der markantesten visuellen Schwerpunkte der Komposition.
Das Stilleben als malerische Konstruktion
Pujol Baladas geht von alltäglichen Objekten aus, verzichtet jedoch bewusst darauf, sie durch konventionelle Perspektive oder Modellierung darzustellen.
Das große zentrale Gefäß fungiert als umschließende Struktur, in der die verschiedenen Lebensmittel zu verschmelzen und sich zu überlagern scheinen. Der Raum verliert seine naturalistische Tiefe und wird auf die Ebene des Papiers komprimiert.
Teller, Fische und Gefäße werden auf große Konturen und Farbmassen reduziert. Einige Formen bleiben unmittelbar erkennbar, während andere fragmentiert werden, bis sie zu einfachen Strichen oder materiellen Anhäufungen werden.
Das Stilleben hört somit auf, eine geordnete Anordnung von Objekten zu sein, und wird zu einem Spannungsfeld zwischen Figur, Linie, Collage und Malerei.
Der blaue Fisch
Eines der attraktivsten Details des Werkes findet sich in dem Fisch, der den unteren Bereich des Gefäßes einnimmt.
Pujol Baladas hebt seinen Körper durch intensive Blautöne, Schwarz und kleine weiße Bereiche hervor. Das Auge bleibt klar definiert und fungiert als Konzentrationspunkt innerhalb einer viel stärker fragmentierten Oberfläche.
Der Künstler beschreibt Schuppen oder Anatomie nicht auf naturalistische Weise. Der Fisch scheint durch Striche, Flecken und Papierfragmente konstruiert zu sein, sodass sein Körper an derselben materiellen Struktur teilhat wie der Rest der Komposition.
Das Blau bietet zudem einen besonders wirkungsvollen Kontrapunkt zum dominierenden Grau, Schwarz und Weiß des Ganzen.
Collage, Presse und Fragmentierung
Die Ausschnitte aus gedrucktem Papier und Presseerzeugnissen bilden einen wesentlichen Teil des Werkes.
Pujol Baladas überlagert, schneidet und dreht sie in verschiedene Richtungen, wodurch ein Geflecht aus Wörtern und kleinen typografischen Formen entsteht, das einen Großteil des Stillebens durchzieht.
An einigen Stellen ist der Text noch zu erkennen; an anderen ist er fast vollständig unter Schichten aus weißer oder schwarzer Farbe verborgen.
Die Malerei setzt sich über die Grenzen der Collage hinweg fort und integriert die verschiedenen Fragmente in eine gemeinsame Oberfläche. Das Ergebnis ist ein Bild, dessen physische Konstruktion bewusst offengelegt wird.
Es gibt keine saubere Trennung zwischen Bildträger, Collage und Pigment: Alle sind Teil der Komposition.
Eine doppelte Lesart
Das Werk verändert sich erheblich, je nachdem, aus welcher Entfernung man es betrachtet.
Als Ganzes betrachtet, erscheint deutlich ein Stilleben: Gläser, ein großes Gefäß, Fische und Lebensmittel ordnen sich um einen imaginären Tisch an.
Bei näherer Betrachtung beginnt sich dieses Bild aufzulösen. Die Objekte verwandeln sich in Zeitungsausschnitte, schwarze Linien, Pinselstriche, Falten und Überlagerungen.
Diese Fähigkeit, gleichzeitig die Figuration zu bewahren und der Materie Eigenständigkeit zu verleihen, gehört zu den interessantesten Merkmalen der Sprache von Pujol Baladas in diesen Jahren.
Eine besonders dynamische Komposition
Obwohl das Werk ein relativ kompaktes horizontales Format beibehält, vermittelt die Komposition ein intensives Gefühl von Bewegung.
Die großen geschwungenen Striche, die das Gefäß umgeben, erzeugen eine nahezu kreisförmige Struktur, während die Diagonalen der Collage diese Organisation kontinuierlich durchbrechen.
Auf der linken Seite schaffen die Gläser eine Vertikale, die die zentrale Masse ausbalanciert. Das kleine ovale Gefäß am unteren rechten Rand wirkt als Kontrapunkt und erweitert die Komposition in Richtung der Ränder.
Nichts scheint völlig statisch zu sein. Selbst die alltäglichsten Objekte werden der Geste des Künstlers und der Energie der Oberfläche selbst unterworfen.
1990: Figuration und Materie
Das Datum 1990 ordnet Bodegón in einen besonders interessanten Moment im Schaffen von Manel Pujol Baladas ein.
Die figurativen Elemente besitzen noch eine sehr klare Präsenz, werden jedoch zunehmend als Ausgangspunkt genutzt, um die Möglichkeiten von Collage, Textur und gestischer Malerei zu erforschen.
In diesem Werk ist dieses Gleichgewicht besonders deutlich: Wir können das Stilleben sofort identifizieren, aber ein Großteil seines Reizes liegt gerade darin, zu beobachten, wie dieses Bild durch die Materie konstruiert und dekonstruiert wird.
Der Fisch, ein wiederkehrendes Motiv in verschiedenen Kompositionen des Künstlers, erweist sich aufgrund seiner Fähigkeit, sich in eine große Struktur aus Kurven, Linien und Farbe zu verwandeln, als besonders geeignet für diese Sprache.
Zertifikat und Dokumentation
Dem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Originalzertifikat von Manel Pujol Baladas bei, identifiziert als M.P.B. Nr. 0152.
Darin bestätigt der Künstler selbst den Titel Bodegón, seine Entstehung im Jahr 1990, die Mischtechnik und die Maße von 54 × 73 cm.
Das Zertifikat enthält außerdem einen Referenzwert von 300.000 mexikanischen Pesos mit Erwähnung des SAT (Servicio de Administración Tributaria de México).
Das Atelier des Künstlers hat bestätigt, dass diese Beträge den für die Werke des Meisters festgelegten Preisen in mexikanischen Pesos entsprechen und somit eine direkte Referenz des Künstlers selbst darstellen, die sich von den Preisen unterscheidet, die ein Werk später auf dem Sekundärmarkt erzielen kann.
Technisches Datenblatt
Autor: Manel Pujol Baladas
Titel: Bodegón
Jahr: 1990
Technik: Mischtechnik und Collage auf Papier
Abmessungen: 54 × 73 cm
Signatur: Signiert „M. Pujol Baladas“ in der unteren linken Ecke
Thema: Stilleben mit Fisch / zeitgenössisches Stilleben
Stil: Expressive Figuration und informeller Materialismus
Zertifizierung: Originalzertifikat, signiert von Manel Pujol Baladas
Zertifikats-Nr.: M.P.B. 0152
Dokumentierter Referenzwert: 300.000 MXN
Provenienz: Privatsammlung; Teil des Konvoluts von Werken, die direkt vom Künstler zertifiziert wurden
Erhaltungszustand: Guter Allgemeinzustand; die für die Mischtechnik und Collage typischen Unregelmäßigkeiten, Falten und kleinen Reliefs sind erhalten geblieben.
Anmerkung des Ateliers
Eine der visuell reichhaltigsten und unmittelbar erkennbarsten Arbeiten auf Papier aus der Sammlung.
Das große zentrale Gefäß, die Gläser und insbesondere der blaue Fisch ermöglichen aus einer gewissen Entfernung eine klare figurative Lesart. Bei Annäherung beginnt sich das Bild jedoch in gedruckte Nachrichten, kleine Papierschnipsel, gestische Schwarzzeichnungen und Zonen überlagerter Pigmente aufzulösen.
Genau diese Transformation macht einen ihrer Hauptreize aus: Pujol Baladas bewahrt die Idee des Stillebens intakt, während er seine Oberfläche in ein komplexes Geflecht aus Materie, Text und Malerei verwandelt.
Das Entstehungsjahr 1990, der chromatische Reiz des blauen Fisches und das individuelle, vom Künstler selbst signierte Zertifikat machen Bodegón zu einem besonders repräsentativen Stück seiner materiellen Untersuchungen auf Papier.
