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El taller del coleccionista

Art Miami. Manel Pujol Baladas — Flores (1990) — Große Materie-Komposition und Collage auf Papier — Zertifiziertes Werk

Art Miami. Manel Pujol Baladas — Flores (1990) — Große Materie-Komposition und Collage auf Papier — Zertifiziertes Werk

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Die 1990 entstandene Arbeit Flores ist eine bemerkenswerte Mischtechnik auf Papier von Manel Pujol Baladas (Vic, 1947), die in einem besonders großzügigen Format von 75 × 105 cm konzipiert wurde.

Das Werk geht von einem traditionellen Motiv aus – der Blumenkomposition –, um es der für den Künstler charakteristischen materiellen und fragmentarischen Sprache zu unterwerfen. Blüten, Stängel und pflanzliche Formen erscheinen inmitten breiter Pinselstriche, gedruckter Papierausschnitte, Zeichnungselemente und aufeinanderfolgender Pigmentschichten und schaffen eine Oberfläche, auf der Figuration und Abstraktion ständig koexistieren.

Weit davon entfernt, einen Blumenstrauß naturalistisch darzustellen, verwandelt Pujol Baladas das florale Thema in eine Konstruktion aus Materie, Rhythmus und Farbe, bei der das Bild zwischen den verschiedenen Schichten des Papiers zu entstehen und wieder zu verschwinden scheint.

Blumen zwischen Malerei und Materie

Die Vegetation gliedert sich um eine Reihe dunkler Zweige, die die Komposition durchziehen und sich in Blättern, Blüten und kleinen chromatischen Flecken öffnen.

Grün-, Rosa-, Weiß-, Ocker- und Schwarztöne sind scheinbar spontan verteilt, obwohl die Komposition ein sehr präzises Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Massen wahrt.

Die Blumen sind nicht individuell beschrieben. Pujol Baladas deutet sie durch Pinselstriche, kleine Farbkonzentrationen und kaum umrissene Formen an.

Dieses Verfahren ermöglicht es dem Werk, seinen floralen Charakter deutlich zu bewahren, ohne einer wörtlichen Darstellung des Motivs zu unterliegen.

Die Struktur des aufgeschlagenen Buches

Eines der suggestivsten Elemente der Komposition findet sich in den großen hellen Flächen in der Mitte, deren Anordnung visuell an die Seiten eines aufgeschlagenen Buches erinnert.

Auf ihnen projizieren sich Zweige, Flecken und Fragmente von Zeichnungen, sodass Schrift, Natur und Bild denselben Raum einzunehmen scheinen.

Diese Struktur verleiht dem Werk eine besonders poetische Dimension. Das florale Motiv beschränkt sich nicht mehr auf das Terrain des Stilllebens: Es scheint buchstäblich zwischen Papieren, Texten und Seiten zu wachsen.

Die Verbindung zwischen Natur und geschriebenem Wort bleibt der Interpretation offen, stellt aber eines der persönlichsten visuellen Merkmale des Stücks dar.

Collage und gedrucktes Wort

Die Collage spielt in Flores eine grundlegende Rolle.

Zahlreiche Fragmente aus Zeitungen und gedrucktem Papier sind in verschiedene Richtungen überlagert, teilweise von Farbe bedeckt und von Linien und Pinselstrichen durchzogen.

Einige Buchstaben und Wörter bleiben erkennbar; andere verlieren völlig ihre Bedeutung und beginnen, als visuelle Textur zu fungieren.

Pujol Baladas integriert auf diese Weise das geschriebene Wort in die Malerei, nicht als dekorativen Zusatz, sondern als Teil der physischen Struktur des Werkes.

Das Papier faltet sich, überlagert sich und schafft kleine Reliefunterschiede, wodurch sich die Oberfläche je nach Lichteinfall verändert.

Ein in Schichten aufgebautes Werk

Die Detailaufnahmen erlauben es, den physischen Charakter der Ausführung besonders gut zu würdigen.

Es gibt Bereiche, in denen das Pigment in dünnen, transparenten Schichten aufgetragen ist, während andere eine weitaus größere Materialansammlung aufweisen. Hinzu kommen Papierkanten, kleine Falten, Schabspuren und gestische Striche.

Es gibt keine klare Grenze zwischen Malerei, Zeichnung und Collage.

All diese Verfahren sind in einer einzigen Oberfläche integriert und erlauben es, den Entstehungsprozess des Stücks teilweise nachzuvollziehen.

Das Werk fungiert somit gleichzeitig als Bild und Objekt, ein grundlegendes Merkmal innerhalb der materiellen Untersuchungen, die Pujol Baladas in jenen Jahren entwickelte.

Eine besonders singuläre Rückseite

Eines der interessantesten Details von Flores befindet sich auf seiner Rückseite, wo ein großer gedruckter Reproduktionsdruck eines traditionellen Stilllebens erhalten geblieben ist.

Das Bild zeigt verschiedene Gefäße, Utensilien und Lebensmittel in einer Komposition, die nach völlig anderen Parametern konzipiert wurde als denen, die Pujol Baladas auf der Vorderseite verwendet hat.

Dieser Kontrast ist besonders attraktiv.

Auf der einen Seite finden wir ein traditionelles, geordnetes und deskriptives Bild; auf der anderen Seite verwandelt Pujol Baladas den Bildträger durch Collage, Gestik und Fragmentierung, bis ein radikal anderes Werk entsteht.

Die Wiederverwendung dieses gedruckten Papiers liefert zudem wertvolle Informationen über den kreativen Prozess selbst und über das Interesse des Künstlers, bereits existierende Materialien in seine Malerei zu integrieren.

1990: Figuration und materielle Sprache

Das Datum 1990 verortet dieses Werk in einem besonders interessanten Moment innerhalb des Werdegangs von Manel Pujol Baladas.

In diesem Zeitraum vertieft sein Schaffen das Zusammenwirken von Figuration, Collage, Zeichnung und gestischer Malerei. Die Motive bleiben erkennbar – Blumen, Fische, Instrumente, Lebensmittel oder Alltagsgegenstände –, hören aber zunehmend auf, das Hauptziel der Darstellung zu bilden.

Das eigentlich Wichtige wird die Art und Weise, wie diese Motive durch Materie und Farbe konstruiert, fragmentiert und wieder erscheinen können.

Flores stellt ein besonders klares Beispiel für diese Sprache dar: Das pflanzliche Thema bleibt unmissverständlich, aber die wahre Protagonistin ist die Oberfläche, auf der es sich entfaltet.

Zertifikat und Dokumentation

Das Werk wird von einem originalen, von Manel Pujol Baladas unterzeichneten Zertifikat begleitet, das als M.P.B. Nr. 0151 identifiziert ist.

Das Dokument bestätigt ausdrücklich den Titel Flores, seine Ausführung im Jahr 1990, die Mischtechnik und seine Maße von 75 × 105 cm.

Ebenso gibt es einen Referenzwert von 700.000 mexikanischen Pesos an, unter Erwähnung des SAT – Servicio de Administración Tributaria de México (mexikanische Steuerbehörde).

Das Atelier von Pujol Baladas hat direkt bestätigt, dass die in diesen Zertifikaten enthaltenen Beträge den für die Werke des Meisters festgelegten Preisen in mexikanischen Pesos entsprechen, was eine direkt aus dem Umfeld des Künstlers stammende Referenz darstellt, die sich von späteren Notierungen auf dem Sekundärmarkt unterscheidet.

Technisches Datenblatt

Autor: Manel Pujol Baladas
Titel: Flores
Jahr: 1990
Technik: Mischtechnik und Collage auf Papier
Maße: 75 × 105 cm
Signatur: Signiert „M. Pujol Baladas“
Thema: Blumenkomposition / zeitgenössische Figuration
Stil: Expressive Figuration und materieller Informel
Rückseite: Gedruckte Reproduktion eines traditionellen Stilllebens
Zertifizierung: Originalzertifikat, unterzeichnet von Manel Pujol Baladas
Zertifikats-Nr.: M.P.B. 0151
Dokumentierter Referenzwert: 700.000 MXN
Provenienz: Privatsammlung; gehört zum Bestand der vom Künstler direkt zertifizierten Werke
Erhaltungszustand: Guter Allgemeinzustand; bewahrt die Falten, Unregelmäßigkeiten und Reliefs, die der Mischtechnik und der Collage innewohnen.

Anmerkung der Werkstatt

Eines der komplexesten und präsentesten Werke auf Papier aus dem Gesamtwerk von Manel Pujol Baladas.

Aus einer gewissen Distanz dominiert die florale Komposition; nähert man sich, beginnen die Blumen zwischen Zeitungsfragmenten, Pinselstrichen, überlagerten Papieren und Textresten zu verschwinden. Die scheinbare Struktur eines aufgeschlagenen Buches in der Mitte führt zudem eine besonders suggestive Beziehung zwischen Natur, Bild und geschriebenem Wort ein.

Die Rückseite fügt ein weiteres einzigartiges Element hinzu: Ein traditionelles Stillleben, das auf denselben Träger gedruckt ist, bietet einen außergewöhnlichen Kontrast zur freien und fragmentarischen Malerei, die Pujol Baladas auf der Vorderseite entwickelt hat.

Seine bedeutenden Maße von 75 × 105 cm, der Reichtum der Collage, die Einzigartigkeit des Bildträgers und das vom Künstler selbst unterzeichnete individuelle Zertifikat machen Flores zu einem besonders vollständigen und repräsentativen Stück seines materiellen Schaffens zu Beginn der neunziger Jahre.

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