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El taller del coleccionista

Manel Pujol Baladas — Torso desnudo (1993) — Art Miami — Große Mischtechnik und Collage mit Zertifikat

Manel Pujol Baladas — Torso desnudo (1993) — Art Miami — Große Mischtechnik und Collage mit Zertifikat

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Signiert und datiert im Jahr 1993, ist Torso desnudo (Nackter Torso) ein großformatiges Werk von Manel Pujol Baladas, das auf Leinwand ausgeführt wurde und zu dem mit der Art Miami verbundenen Konvolut gehört.

Mit den Maßen 116 × 89 cm gliedert sich die Komposition um einen großen nackten weiblichen Torso, der vertikal die Bildmitte einnimmt. Die Figur ist aus Weißtönen, bläulichen Grautönen, Erdfarben und Schwarz aufgebaut, umgeben von einem komplexen Geflecht aus Objekten, bedruckten Papieren, Zeitungsausschnitten und Collage-Elementen.

Im unteren Bereich sticht besonders ein offenes Buch hervor, das aus authentischen, auf die Oberfläche aufgebrachten Seiten besteht. Eine davon enthält einen literarischen Text, der mit dem Wort „Mephistopheles“ überschrieben ist; daneben führt eine alte Musikpartitur eine zweite gedruckte Sprache in das Gemälde ein.

Körper, Literatur und Musik werden so innerhalb derselben Struktur zusammengeführt.

Der Körper als Achse der Komposition

Der weibliche Torso dominiert das Werk und organisiert den gesamten Raum vertikal.

Pujol Baladas vermeidet jede akademische Behandlung des Aktes. Der Körper erscheint gestreckt, fragmentiert und teilweise durch Farbflecken und dicke schwarze Konturen rekonstruiert.

Brust und Kurve des Torsos lassen die Figur sofort identifizieren, doch andere Bereiche lösen sich zwischen Collage, Pigment und abstrakten Formen auf.

Der Akt wird somit nicht als anatomische Übung präsentiert. Er entwickelt sich zu einer bildnerischen Struktur, um die herum die übrigen Elemente angeordnet sind.

Die Figur taucht aus der Materie auf und scheint gleichzeitig von ihr absorbiert zu werden.

Ein Akt zwischen Figuration und Abstraktion

Aus einer gewissen Distanz ist die Lesart des Körpers klar.

Beim Näherkommen verliert die Anatomie jedoch an Kontinuität. Die großen gräulichen Flächen vermischen sich mit Papierfragmenten, weißen Pinselstrichen, dunklen Flecken und verschiedenen Überlagerungen.

Pujol Baladas behält nur die notwendigen Referenzen bei, damit der Betrachter die Figur mental rekonstruieren kann.

Diese Spannung zwischen Wiedererkennung und Auflösung verleiht dem Werk einen Großteil seiner Intensität.

Der Körper bleibt präsent, hört aber auf, eine geschlossene Form zu sein, um sich in die gesamte Bildoberfläche zu integrieren.

Das offene Buch: Literatur im Gemälde

Im unteren Teil der Komposition erscheint eines der einzigartigsten Elemente des Werks: ein offenes Buch, das aus echten, auf die Leinwand geklebten Seiten besteht.

Die Blätter sind zerknittert, teilweise von Pigment bedeckt und von kleinen malerischen Eingriffen durchzogen.

Auf einem von ihnen ist deutlich der Name „Mephistopheles“ zu lesen, neben verschiedenen Dialogfragmenten und Textpassagen.

Die Einbeziehung dieser Seiten bringt das geschriebene Wort buchstäblich in die Malerei ein.

Es geht nicht einfach darum, ein Buch abzubilden: Pujol Baladas verwendet das reale Objekt – seine Seiten, seine Typografie und seine Falten – als malerische Materie.

Die Partitur

Die rechte Seite des Buches besteht aus einer Musikpartitur, deren Notenlinien und Noten trotz der malerischen Eingriffe vollkommen erkennbar bleiben.

Dieses Element stellt eine interessante Verbindung zu anderen Werken von Pujol Baladas her, in denen Musik physisch durch gedruckte Fragmente integriert ist.

Hier jedoch treten Literatur und Musik gemeinsam auf.

Text, Partitur und menschlicher Körper bilden drei verschiedene Sprachen — Wort, Klang und Bild —, die innerhalb derselben Komposition übereinandergelagert sind.

Dieses Detail verleiht Torso desnudo eine konzeptionelle Komplexität, die innerhalb der Stillleben und figurativen Szenen des Künstlers eher ungewöhnlich ist.

Collage und Materie

Die Oberfläche enthält zahlreiche Fragmente von Zeitungen, gedrucktem Text und ausgeschnittenen Papieren, die teilweise unter Farbschichten verborgen sind.

In einigen Bereichen sind Nachrichten, Ziffern und Zeitungsspalten zu erkennen; in anderen ist der Druck auf eine einfache grafische Textur reduziert.

Pujol Baladas unterscheidet nicht klar zwischen Malerei und Collage.

Die Pinselstriche durchziehen die Ausschnitte, setzen sich auf der Leinwand fort und verschwinden wieder unter neuen Papierschichten.

Die Falten, Kanten und kleinen Unregelmäßigkeiten der Collage bleiben sichtbar und verleihen der Oberfläche Relief.

Das Werk fungiert somit nicht nur als Bild, sondern auch als physische Konstruktion.

Eine komplexe Palette

Obwohl der zentrale Körper von Weiß- und bläulichen Grautönen dominiert wird, enthält die Komposition zahlreiche Sekundärtöne.

Rosa, Erdfarben, Ocker, Grün und kleine rote Akzente sind über den Rest der Oberfläche verteilt.

Diese warmen Bereiche kontrastieren mit dem kühleren Charakter des Torsos und helfen, ihn visuell vom Hintergrund zu trennen.

Die schwarzen Konturen wirken als strukturelles Element und verbinden verschiedene Teile der Komposition, während die großflächigen Weißtöne für Leuchtkraft und Tiefe sorgen.

Das Ergebnis ist ein chromatisch reiches Gemälde, das dennoch seine Einheit wahrt.

Der Körper, umgeben von Objekten und Symbolen

Die Figur erscheint nicht isoliert.

Um den Torso herum sind verschiedene kreisförmige Formen, Früchte, Gefäße und Elemente verteilt, die schwer präzise zu identifizieren sind und auf das übliche Vokabular der Stillleben von Pujol Baladas verweisen.

Die Präsenz der menschlichen Figur verändert jedoch deren Bedeutung vollständig.

Das Werk gehört nicht mehr ausschließlich dem Genre des Stilllebens an, sondern wird zu einer offeneren Komposition, in der Körper, Objekte, Literatur und Musik in demselben Raum koexistieren.

Diese Akkumulation trägt zum rätselhaften Charakter des Stücks bei.

1993: Malerei voll materieller Reife

Die eigenhändige Datierung „93“, die neben der Signatur sichtbar ist, verortet das Werk in einem besonders bedeutsamen Moment des Schaffens von Pujol Baladas.

Anfang der neunziger Jahre hatte der Künstler eine Sprache voll entwickelt, die auf der Kombination von expressiver Figuration, Collage, gestischer Malerei und materiellem Informalismus basiert.

In Torso desnudo sind all diese Elemente besonders integriert.

Die Anatomie liefert die anfängliche Struktur, aber es ist die Anhäufung von Materie, Papier und Pigment, die den Charakter des Werks letztlich bestimmt.

Art Miami

Torso desnudo gehört zu dem Konvolut der Werke von Manel Pujol Baladas, das mit der Art Miami verbunden ist, in der Zeit der internationalen Projektion des Künstlers während der ersten Hälfte der neunziger Jahre.

Diese Provenienz ordnet das Gemälde in einen ausstellungstechnisch besonders relevanten Kontext innerhalb seiner Laufbahn ein.

Die Kombination aus großem Format, eigenhändiger Datierung, Ausstellungsherkunft und direkter Dokumentation des Künstlers ermöglicht es, das Stück innerhalb dieser Periode besonders präzise zu kontextualisieren.

Zertifikat und Dokumentation

Das Werk verfügt über ein originales, von Manel Pujol Baladas signiertes Zertifikat, identifiziert als M.P.B. Nr. 0156.

Das Dokument führt den Titel Torso desnudo, die Mischtechnik, die Maße 116 × 89 cm und einen Referenzwert von 740.000 mexikanischen Pesos auf.

Es gibt eine Diskrepanz hinsichtlich des Datums: Das Zertifikat gibt 1992 an, während das Gemälde selbst neben der Signatur die eigenhändige Inschrift „93“ aufweist.

Aus diesem Grund verwendet diese Katalogisierung 1993 als Hauptdatum, da es sich um die direkt auf das Werk geschriebene Datierung handelt, wobei das im späteren Zertifikat enthaltene Datum von 1992 ebenfalls festgehalten wird.

Das Atelier des Künstlers hat zudem bestätigt, dass die in diesen Zertifikaten aufgeführten Zahlen den Preisen in mexikanischen Pesos entsprechen, die für die Werke des Meisters festgelegt wurden.

Technische Daten

Autor: Manel Pujol Baladas
Titel: Torso desnudo
Jahr: 1993, gemäß der auf dem Werk sichtbaren eigenhändigen Datierung
Dokumentarischer Hinweis: Das Zertifikat M.P.B. 0156 gibt 1992 an
Technik: Mischtechnik und Collage auf Leinwand
Maße: 116 × 89 cm
Signatur: Signiert „M. Pujol Baladas“ und datiert „93“ in der oberen rechten Ecke
Ausstellungsherkunft: Art Miami
Thema: Akt / zeitgenössische figurative Komposition
Collage-Elemente: Textseiten, Partitur und Zeitungsdruck
Stil: Expressive Figuration und materieller Informalismus
Zertifizierung: Originalzertifikat, signiert von Manel Pujol Baladas
Zertifikats-Nr.: M.P.B. 0156
Dokumentierter Referenzwert: 740.000 MXN
Spätere Provenienz: Privatsammlung; gehört zum Konvolut der direkt vom Künstler zertifizierten Werke
Erhaltungszustand: Guter Allgemeinzustand, wobei die Texturen, Falten und Reliefs, die der Mischtechnik und der Collage innewohnen, erhalten geblieben sind.

Anmerkung des Ateliers

Eines der ikonografisch komplexesten Werke des Konvoluts.

Der große weibliche Torso bietet ein sofort erkennbares Bild, doch beim Näherkommen erscheinen weitere Lesebenen: Presse, überlagerte Papiere, eine literarische Seite, die mit „Mephistopheles“ überschrieben ist, und eine Musikpartitur, die authentisch in die Collage eingearbeitet wurde.

Pujol Baladas vereint auf diese Weise Körper, Wort und Musik auf einer Oberfläche.

Besonders interessant ist der Kontrast zwischen der Monumentalität des Aktes und der physischen Zerbrechlichkeit der Seiten, die zerknittert und teilweise von Pigment bedeckt sind.

Sein großes Format von 116 × 89 cm, die eigenhändige Signatur und Datierung von 1993, die Provenienz der Art Miami und das individuelle, vom Künstler selbst unterzeichnete Zertifikat machen Torso desnudo zu einem der vollständigsten und einzigartigsten Stücke dieser Periode.

Dieses Werk wird zusammen mit weiteren Gemälden und Arbeiten auf Papier in der Studie des Taller über seine Malerei der 1990er-Jahre analysiert.

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