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El taller del coleccionista

Ramón Casas — Frau, die sich den Strumpf zurechtzieht — redaktionelle Reproduktion auf Papier, Barcelona, 1980

Ramón Casas — Frau, die sich den Strumpf zurechtzieht — redaktionelle Reproduktion auf Papier, Barcelona, 1980

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Eine Frau beugt sich über ihr Bein, während sie sich den Strumpf zurechtzieht. Ramón Casas verwandelt eine absolut alltägliche Geste in ein Bild von bemerkenswerter Präsenz, das mit nur wenigen Elementen aufgebaut ist: einem Stuhl, der weiblichen Figur und dem weiten, leeren Raum, der sie umgibt.

Die Frau erscheint völlig auf ihre Tätigkeit konzentriert. Sie neigt den Kopf, hebt leicht den Rock und führt beide Hände zum Strumpf, völlig unbeeindruckt von einem möglichen Betrachter. Sie posiert nicht. Genau diese Natürlichkeit verleiht der Komposition ihre Kraft.

Casas strukturiert die Figur durch einen intelligenten Kontrast zwischen großen schwarzen Flächen und nahezu weißen Bereichen. Das dunkle Kleid bildet den visuellen Kern des Bildes, während sich der weite Umhang in langen, gebrochenen Strichen entfaltet, die dessen Falten beschreiben, ohne dass sie detailliert schattiert werden müssen.

Die Linienführung ist schnell, sicher und außerordentlich ökonomisch. Wenige Striche genügen, um das Gesicht, die Hände, das Schuhwerk oder die Struktur des Stuhls zu definieren. Bei den Stoffen hingegen wird die Zeichnung freier, sodass die Linien dem Gewicht und dem Fall des Gewebes folgen.

Der Stuhl auf der linken Seite führt den einzigen wirklich klaren räumlichen Bezug ein. Seine starre Konstruktion kontrastiert mit der ausgeprägten Kurve des weiblichen Körpers und dem enormen Volumen der Kleidung, was das Gefühl von Bewegung verstärkt.

Eines der charakteristischsten Merkmale von Ramón Casas war seine Fähigkeit, seine Modelle abseits der Feierlichkeit des traditionellen Porträts zu beobachten. Frauen beim Lesen, Ausruhen, Schreiben, Ankleiden oder bei kleinen häuslichen Gesten tauchen immer wieder in seinem grafischen Werk auf. In diesen Szenen ist die konkrete Identität des Modells meist weniger wichtig als ihre Haltung.

Genau das geschieht hier. Casas baut keine komplexe narrative Szene auf: Er findet das Interesse im Augenblick.

In der unteren rechten Ecke ist die Signatur reproduziert:

“R. Casas”

Das Blatt bewahrt zudem am unteren Rand die Aufschrift:

“dep. leg. B 17533/80”

Diese Angabe belegt, dass das Stück zu einer 1980 in Barcelona angefertigten Ausgabe gehört. Ramón Casas war 1932 verstorben, sodass wir es hier weder mit der Originalzeichnung noch mit einem unter seiner Aufsicht entstandenen Druck zu tun haben, sondern mit einer späteren redaktionellen Reproduktion eines grafischen Werks des Künstlers.

Ebenso erscheint eine zweite Angabe, begleitet von der Ziffer 82, deren genaue Funktion sich allein anhand dieses Blattes nicht feststellen lässt.

Technisches Datenblatt

Urheber des reproduzierten Werks: Ramón Casas i Carbó (Barcelona, 1866–1932)
Beschreibender Titel: Frau, die sich den Strumpf zurechtzieht
Technik: fotomechanische Reproduktion einer Zeichnung auf Papier
Ausgabe: Barcelona, 1980
Maße: 25,5 × 20 cm
Signatur: reproduzierte Signatur „R. Casas“ in der unteren rechten Ecke
Aufschriften: „dep. leg. B 17533/80“ und zusätzliches Kennzeichen mit der Ziffer „82“
Thema: weibliche Figur, Alltagsszene
Zeitliche Einordnung der Originalzeichnung: spätes 19. oder frühes 20. Jahrhundert
Erhaltungszustand: dem Alter entsprechend, mit sichtbaren Oxidationsspuren und Flecken in verschiedenen Bereichen des Papiers, insbesondere in der unteren Hälfte
Rahmen: nicht enthalten

Ramón Casas und die moderne Zeichnung

Ramón Casas war eine der großen Figuren des katalanischen Modernisme und einer der Künstler, die es am besten verstanden, die Modernität des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Zeichnung, Illustration und Plakatkunst zu übertragen.

Neben seinen berühmten Porträts und Gemälden entwickelte er ein außerordentlich umfangreiches grafisches Werk. Darin erscheint häufig die weibliche Figur, die mit weitaus größerer Freiheit behandelt wird als im akademischen Porträt.

Casas beobachtete Posen, Gesten und Haltungen. Eine Frau konnte Zeitung lesend, einen Brief schreibend, auf einem Sofa ruhend oder ein Kleidungsstück zurechtlegend erscheinen. Diese scheinbar trivialen Handlungen erlaubten es ihm, gleichzeitig Persönlichkeit, Mode und Körperbewegung zu studieren.

Das Kleid spielt daher in vielen seiner Zeichnungen eine grundlegende Rolle. Hüte, Umhänge, Röcke und weite Stoffe werden zu Oberflächen, auf denen sich die Linie mit enormer Freiheit bewegen kann.

In dieser Komposition nimmt der große Umhang nahezu das halbe Bild ein. Casas beschreibt nicht jede Falte: Er verwendet lange, unterbrochene Linien, die das Volumen und das Gewicht des Stoffes unmittelbar vermitteln können.

Diese Fähigkeit, mit sehr wenig Zeichnen sehr viel auszusagen, stellt eine der Haupttugenden seines grafischen Werks dar.

Anmerkung der Werkstatt

Eine Frau kleidet sich an.

Nichts weiter geschieht.

Und doch findet Ramón Casas in diesem Moment genug Stoff, um eine ganze Komposition aufzubauen.

Der geneigte Kopf, die mit dem Strumpf beschäftigten Hände und der riesige Umhang, der um den Körper fällt, machen aus einer privaten Handlung ein Bild von außerordentlicher Klarheit.

Er benötigt kein Interieur, keine Möbel, keine Dekoration. Er belässt kaum mehr als einen Stuhl neben der Figur. Alles andere verschwindet.

Das vorliegende Blatt stammt aus einer Ausgabe von 1980 aus Barcelona und reproduziert eine jener Zeichnungen, in denen Casas die kleinen Gesten des Alltagslebens zum Teil der Ikonografie der Moderne machte.

Es handelt sich nicht um ein Originalwerk des Künstlers, sondern um eine spätere redaktionelle Reproduktion, ein Umstand, der durch den am unteren Rand erhaltenen Vermerk zur gesetzlichen Pflichtabgabe dokumentiert ist.

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