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El taller del coleccionista

Rufino de Mingo — Verflochtene Figuren und Rose — Öl auf Leinwand, großformatig

Rufino de Mingo — Verflochtene Figuren und Rose — Öl auf Leinwand, großformatig

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Auf einer rötlichen, erodierten und bewusst unregelmäßigen Oberfläche erscheinen verschiedene menschliche Formen, die mit einer durchgehenden schwarzen Linie gezeichnet sind. Die Körper nehmen keinen konventionellen Raum ein: Sie scheinen zu schweben, sich zu umschlingen und sich zwischen einer Abfolge großer vertikaler Formen zu bewegen, die die Komposition durchziehen.

Rufino de Mingo baut das Werk auf dem Kontrast zweier Sprachen auf. Auf der einen Seite steht die Materie: Farbschichten, Schabungen, Überlagerungen und Spuren, die den Hintergrund in eine fast archäologische Oberfläche verwandeln. Auf der anderen Seite die Zeichnung: menschliche Figuren und eine große Rose, reduziert auf dunkle, unmittelbare und bewusst schematische Profile.

Die obere Szene konzentriert die narrative Spannung. Zwei Figuren erscheinen durch Arme und Körper miteinander verbunden, die sich horizontal erstrecken – eine Beziehung, die als Begegnung, Tanz, Spiel oder Konfrontation gelesen werden kann. De Mingo vermeidet eine vollständige Definition und lässt diese Mehrdeutigkeit die Komposition aktivieren.

Unter ihnen erscheint eine isolierte Rose, die mit demselben schwarzen Strich gezeichnet ist. Ihre Präsenz führt ein organisches und erkennbares Motiv in die Abstraktion des Hintergrunds ein, während die großen vertikalen Formen – visuell an Stelen, Blätter oder steinerne Strukturen erinnernd – den Raum gliedern und Tiefe verleihen.

Die Farbpalette wird von erdigen Rottönen, Lachstönen, Ocker und gedämpftem Grün dominiert. Anstatt die Leinwand gleichmäßig zu bedecken, bearbeitet der Künstler die Farbe als eine akkumulative Oberfläche: Reste, Transparenzen und kleine chromatische Brüche treten hervor, die dem Werk einen ausgeprägten taktilen Reichtum verleihen.

Rufino de Mingo — Zwischen Materie und Figur

Rufino de Mingo (Escariche, Guadalajara, 1953) ist Maler, Grafiker, Bildhauer und Wandmaler. Sein Werdegang entwickelt sich innerhalb einer experimentellen Auffassung künstlerischer Praxis, wobei er Malerei, grafisches Werk, Wandinterventionen und kollektive Projekte abwechselt.

In den achtziger Jahren initiierte er in seinem Geburtsort das Projekt Muralistas de Escariche, das Künstler unterschiedlicher Herkunft zusammenbrachte, um die Fassaden der Gemeinde zu gestalten. Er war zudem mit der Grupo Abanico und dem Movimiento Caos verbunden, innerhalb eines künstlerischen Kontextes, der daran interessiert war, das Schaffen über das konventionelle Bild hinaus zu erweitern.

Sein Werk wurde international gezeigt und ist in institutionellen Sammlungen vertreten; das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía bewahrt mehrere Stücke aus seinem Schaffen auf.

In seiner Malerei zeigt sich häufig ein Zusammenleben von abstrakten, materiellen Hintergründen und auf Zeichen reduzierte figurative Elemente. Der menschliche Körper fungiert dann nicht mehr als akademische Darstellung, sondern wird fast zum Ideogramm: Eine Silhouette, eine Haltung oder eine Geste genügen, um eine Erzählung anzudeuten.

Dieses Werk ist ein besonders klares Beispiel für diesen Ansatz.

Zwischen Wand und Zeichnung

Die Malerei wirkt fast so, als seien zwei verschiedene Werke übereinandergelegt worden.

Zuerst ist da der Hintergrund, aufgebaut durch Farbe, Abnutzung und Textur. Er könnte für sich allein als abstrakte Komposition bestehen.

Danach erscheinen die Figuren und die Rose, die direkt mit einer prägnanten schwarzen Linie auf diese Oberfläche gezeichnet wurden. Dieser Eingriff verändert das Bild vollständig: Wo vorher Materie war, beginnen nun Personen, Beziehungen und Symbole aufzutauchen.

Es ist genau diese Spannung – zwischen dem Abstrakten und dem Erkennbaren, zwischen Oberfläche und Erzählung – die dem Stück seine Persönlichkeit verleiht.

Technische Daten

Autor: Rufino de Mingo (Escariche, Guadalajara, 1953)
Titel: Figuras enlazadas y rosa (Verbundene Figuren und Rose)
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 61 × 50 cm
Signatur: Signiert „R. de Mingo“ in der unteren rechten Ecke
Thema: Figurative Komposition / menschliche Figuren / Rose
Stil: Zeitgenössische Figuration mit materieller Bearbeitung und abstrakten Elementen
Periode: Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
Träger: Leinwand auf Keilrahmen
Präsentation: Ungerahmt
Erhaltungszustand: Guter Allgemeinzustand mit altersbedingten Gebrauchsspuren, die mit der materiellen Beschaffenheit der Oberfläche vereinbar sind. Die Fotografien sind Teil der Zustandsbeschreibung.

Anmerkung des Ateliers — Wenn eine Linie die Materie verwandelt

Zuerst sehen wir die Oberfläche: eine rötliche, raue Ausdehnung voller kleiner Spuren, Kratzer und Farbschichten.

Dann erscheinen die Figuren.

De Mingo benötigt lediglich eine schwarze Linie, um diesen abstrakten Hintergrund in eine Szene zu verwandeln. Die Körper begegnen sich, umschlingen sich und scheinen vor den vertikalen Formen zu schweben; darunter führt eine Rose ein unerwartet erkennbares Element ein.

Besonders faszinierend ist für uns dieser Registerwechsel. Das Gemälde kann gleichzeitig als materielle Abstraktion und als eine kleine, offene Erzählung betrachtet werden, ohne dass eine der beiden Lesarten die andere vollständig dominiert.

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